Outdoor-Einsatz

Das Drei-Schichten-Prinzip mit Fleece als Mittelschicht
Im Zwiebelprinzip ist der Fleecepulli die isolierende Mittelschicht zwischen Base- und Wetterschutz.

Der Fleecepulli ist im modernen Outdoor-Bekleidungs-System der Standard-Mid-Layer. Wann er die richtige Wahl ist — und wann eine Kunstfaserjacke oder Daune besser passt.

Das Drei-Schichten-Prinzip

Funktionale Outdoor-Bekleidung folgt dem Drei-Schichten-Prinzip:

SchichtFunktionTypisches Material
1. Base-LayerFeuchtigkeit von der Haut nach außen transportierenMerinowolle, Polyester-Funktionswäsche
2. Mid-LayerKörperwärme haltenFleece, Kunstfaserjacke, Daune
3. Shellvor Wind und Niederschlag schützenHardshell, Softshell, Windjacke

Der Fleecepulli füllt also die mittlere Position. Er soll Wärme halten, soll dabei aber Feuchtigkeit aus dem Base-Layer nach außen weiterleiten.

Wann Fleece die richtige Wahl ist

Wann Daune oder Kunstfaserjacke besser passen

Windempfindlichkeit

Die wichtigste Schwachstelle des klassischen Fleece-Pullis: er ist nicht winddicht. Der Wind blaast durch das aufgeraute Material direkt durch und transportiert die in den Faserkammern gehaltene Körperwärme ab. Bei 5 m/s Wind kann sich die gefühlte Temperatur um 5–7 Grad senken.

Drei Lösungen:

  1. Windjacke darüber — eine dünne, atmungsaktive Windjacke (50–100 g) reicht oft völlig.
  2. Windbloc-Fleece wählen — ein Fleece mit eingebauter Membran. Volle Winddichte, aber weniger Atmungsaktivität.
  3. Wind-Pro-Fleece wählen — ein dichter gestricktes Fleece, das ohne Membran etwa viermal so windbeständig ist wie Standard-Fleece, bei voller Atmungsaktivität.

Wasser und Regen

Fleece ist nicht wasserdicht. Eine dünne DWR-Impägnierung (Durable Water Repellent) auf der Außenseite lässt Wassertropfen kurz abperlen, längerer Regen dringt aber ein. Das ist nicht zwingend ein Problem — Fleece trocknet sehr schnell und verliert bei Nässe nicht alle Isolation wie Daune.

Bei Regen gehört über den Fleecepulli eine Hardshell (membranbeschichtete Regenjacke wie Gore-Tex, eVent, Sympatex). Für leichten Regen reicht oft ein Softshell oder eine dünne PU-beschichtete Notjacke.

Layer-Beispiele

Materialwahl im Vergleich

Wer im Mid-Layer-Bereich nicht recht weiß, wozu greifen, kann grobe Richtlinien folgen:

MaterialStärkeSchwäche
FleeceAtmungsaktiv, schnell trocknend, billignicht winddicht, voluminell
DauneBeste Wärme pro Gewichtverliert Nässe-Isolation, teuer, Tierwohl-Fragen
Kunstfaserjacke (PrimaLoft)warm auch nass, packbarweniger atmungsaktiv als Fleece
Active InsulationAtmungsaktiv UND warmteuer, weniger isolierend pro Gramm